Löwen-Trainer Michael Köllner lässt die Fans hoffen

Fanbeauftragter Sebastian Weber, Michael Köllner und ARGE Regionsvorstand Christian Schmidbauer

Obing. Ein schneller Klassenerhalt würde die Planungen der des TSV 1860 München im Hinblick auf die neue Saison erheblich erleichtern. Dieses Ziel und viele andere brisante Themen waren bei der Winterregionsversammlung der ARGE6 (Zusammenschluss der 1860-Fanclubs) beim Gasthof „Zur Post - beim John“ in Obing. Zu Gast war der neue Fanliebling, Trainer Michael Köllner und der neue Fanbeauftragte Sebastian Weber. Überwältigt war auch der Gastgeber, der Fanclub Obing-Kienberg-Waldhausen, die Gaststube war völlig überfüllt, so dass der „Saal B“ (Köllner) mit einer flugs installierten Lautsprecheranlage versorgt werden musste.

„Unser Verein lebt“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Toni Friedlhuber bei der Begrüßung der Stargäste, sowie ARGE6-Regionsvorstand Christian Schmidbauer (Laufen) und seinem „Vize“ Lu Harrecker (Engelsberg). „Wir haben den idealen Trainer gefunden, der schon viel in der Nachwuchsarbeit verrichtete und auch im Profibereich schon seine Lorbeeren verdiente “, meinte Schmidbauer, der auch mit Valentin Tremmel, dem 89-jährigen Ehrenpräsidenten des Ausrichter-Fanclubs und „Kult-Pfarrer“ aus Obing begrüßen durfte. Der 50-jährige Trainer, der Ende November beim Derby gegen den FC Bayern München II (2:2) sein Debüt als Nachfolger von Daniel Bierofka feierte und in den fünf Spielen vor Weihnachten ungeschlagen blieb, gab das Wort gleich an die Fans weiter: „Fragts, was ihr wissen wollt!“. Der sympathische Oberpfälzer lebte fünf Jahre in München, seine neue Station war nicht ligenabhängig „aber Sechzig war natürlich ein gute, weil Top-Adresse“. Es kam sofort die Frage des Abends des 8-jährigen Nachwuchsfans Sebastian: „Wie alt bin ich, wenn wir wieder Bundesliga spielen?“, wollte er wissen. Das brachte Köllner kurzzeitig ins Grübeln: „Ich hoffe noch vor Deiner Rente“, entgegnete er, „aber ich hoffe, dass Du es bald erleben wirst“. Der Saal bebte das erste Mal. „Wir haben ein relativ klares Ziel: Den Klassenerhalt so schnell wie möglich schaffen“. Köllner beschränkte sich ausschließlich auf den sportlichen Bereich ließ aber den guten Kontakt zu allen Seiten anklingen. "Ich bekomme auch von allen Seiten Unterstützung, hatte auch ein gutes Gespräch mit Hasan Ismaik“. Alle verfolgen seiner Ansicht nach das gleiche Ziel, den sportlichen Erfolg. Die Mannschaft muss in Ruhe arbeiten können, „Dinge in Unruhe zu beschleunigen, das sagt immer nicht Gutes“. Er ging auch auf die Spieler ein, die die Stimmung und Fans schätzen: „Die sind überragend und sie müssen auch nicht nur vor 3000 Zuschauern spielen“, ergänzte er. Er hat 30 Spieler mit vielen auslaufenden Verträgen im Kader, darum muss die kommende Saison gut geplant werden. „Die Spieler müssen ihre Rolle kennen, den Löwen mit Stolz auf der Brust tragen“. Dazu kann jeder seinen Beitrag leisten. „Da machen viele in 17 Spielen, einige davon sind sie in einem Spiel wichtig!“. Darum müssen die Weiterverpflichtungen wohl überlegt sein: „Aber wir können nur das ausgeben, was wir in der Hosentasche haben“. Auf die Frage was aus dem zwei Millionen der Transfererlöses von Julian Weigl von Dortmund zu Benfica Lissabon passieren blockte er ab: „Da müsst ihr die Geschäftsführer Günther Gorenzel und Michael Scharold fragen“. Er beschränkte sich weiter auf das Sportliche: „Wir müssen öfters die Systeme wechseln, das war zum Beispiel bei mir in Nürnberg so, das ging auf Knopfdruck“.

Nach dem sparsamen und positiven Trainingslager blickt er in die Zukunft: „Im Februar müssen wir wissen wohin die Reise geht“, sagt er. „Es besteht aber auch ein schwieriges Auftaktprogramm“. Er ging auch auf die jungen Spieler ein die ihm besonders ans Herz gewachsen sind. „Unser Schwerpunkt muss weiter auf das Nachwuchs-Leistungszentrum gelegt werden, die Jugend hat alle Möglichkeiten“. Maxim Gresler aus der U17 ist das beste Beispiel dafür. „Wir müssen Spieler aus dem Großraum München zu uns führen, die wir bei uns ausbilden“, fordert er.

Am Ende der Veranstaltung gab es noch Autogramme und Fotos vom neuen Trainer und des Fanbeauftragten, die Fans waren zufrieden und verfolgen nun eine gewisse Aufbruchstimmung, so wie es längere Zeit schon nicht mehr war. Mit großem Applaus wurden die Ehrengäste, sowie die Verantwortlichen von den zahlreich anwesenden Fans bedacht und es konnte auf eine sehr gelungene Veranstaltung zurückgeblickt werden.

Text und Foto: Thomas Donhauser