In der Kolumne geben wir den Löwenfans die Möglichkeit ihre Meinungen zu aktuellen Themen abzugeben. Es handelt sich um kein Diskussionsforum, sondern lediglich um eine "Meinungsplattform". Beiträge können an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. gesandt werden und werden nach Überprüfung freigeschalten. Bitte Namen, Adresse (siehe Erstbeitrag) nicht vergessen.

 

POLIZEIEINSATZ VON DER BESTEN SEITE?

18. April 2015:

München: Zu unverständlichen teils skandalösen Ereignissen kam es nach dem Fußballspiel in der 2. Bundesliga zwischen dem TSV 1860 München und dem VfL Bochum. Die Einsatztruppe der Polizei versperrte den Löwenfans den Ausgang aus der Allianz-Arena und sorgte für heftig Unmut auf Seiten der Fans.

Freudestrahlend und glücklich verließen die Fans des TSV 1860 München am Samstag nachmittag die Nordkurve. Nach einem Last-Minute-Sieg ihrer Löwen gegen den VfL Bochum und dem dazugehörigen überlebenswichtigen Dreier wollten die Fans schnurstracks zu ihren Fanbussen, um dort weiterzufeiern und die Heimreise anzutreten. Doch dies ließ sich mit der Einsatztruppe der Polizei nicht so leicht bewerkstelligen. Mit einem massiven Einsatz von Personal versperrte die hochaufgerüstete Truppe des USK die Flügeltüren der Allianz-Arena und ließ keinen einzigen Fan durch dieses Netz schlupfen. Trotz Vermittlungsversuchen und Gesprächsansätzen der friedfertigen Fans sah sich die Polizei in unkooperativer Art und Weise nicht in der Lage ihren Einsatzbefehl zu hinterfragen und die Türen zu öffnen. Erst nach massivem körperlosen Druck der Fans überließ die Polizei die Flügeltüren ihrer grundsätzlichen Bestimmung und die Fans konnten nach ca. 20-minütiger Wartezeit zu ihren Bussen gelangen.

Dass mit so einem Polizeieinsatz der Unmut der Fans selbstredend hervorgerufen wurde, war jedem neutralen Beobachter klar. „Aus meiner Sicht war der Einsatz auf pure Provokation aus und das Ziel weitere negative Schlagzeilen von gewaltbereiten Fans zu kreieren. So kann man natürlich das Bild der Fanlandschaft in der Öffentlichkeit nachhaltig verschlechtern,“ so ARGE Regionsvorstand Christian Schmidbauer aus Laufen. Weiter führte der jahrzehntelange Fan aus, dass er so einen Einsatz bei einem Heimspiel noch nie erlebt hätte und diese Repression nicht unkommentiert stehen lassen wolle.

 

In Fankreisen stellte sich danach auch die Frage, warum so etwas geschehe. Wolle man damit zeigen, dass es nicht möglich sei, dass ein TSV 1860 München ins Grünwalder Stadion zurückkehren kann? Will man damit zeigen, dass nicht die Fußballfans den Fußball regieren, sondern die Staatsmacht immer am längeren Hebel sitzt? Schmidbauer zeigte sich schockiert über so ausufernde Maßnahmen und nahm das Wort „skandalös“ in den Mund. Er erwarte von der Einsatzleitung nicht nur eine Erklärung gegenüber den treuen Fans des TSV 1860 München, sondern auch eine öffentliche Stellungnahme und eine ausstehende Entschuldigung für diese mehr als unnötige Maßnahme.

KOLLEKTIVER UNFUG - MAMA KOMMT !

16. Dezember 2014:

Im Kampf gegen Pyrotechnik als auch im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung schenken sich sowohl der DFB (oder DFL) als auch die UEFA nichts. Null Tolerenz soll vorgelebt werden. Bei Verfehlungen folgen empfindliche Strafen für die Vereine bis hin zu Sektorsperrungen oder "Geisterspielen". Der Fußballverbände ganze Härte bekamen in den letzten Wochen u.a. Dynamo Dresden aber auch international agierende Mannschaften wie ZSKA Moskau oder Steaua Bukarest zu spüren. Das Ergebnis: Keine Punkte, keine Zuschauer - nur Verlierer. Was auf den ersten Blick immer als löbliches Engagement oder notwendige Strafmaßnahme gesehen wird, entpuppt sich all zu oft als Bumerang.

Kollektivstrafen sind ungerecht. Das haben wir bereits in der Schule gelernt. Was auch immer wir einzeln oder im Klassenverband "verbrochen" haben, nie durften uns die Lehrkräfte und "Erzieher" gemeinschaftlich bestrafen. Denn sonst war der Weg von Mama aus dem Elternhaus in das Lehrerzimmer nicht mehr weit. Wenn eine Minderheit (Rassismus, Pyrotechnik) im Stadion negativ auffällt, sind auch genau diese Minderheiten zur Verantwortung zu ziehen. Die Schuld der Minderheit kann und darf niemals zur Schuld der Mehrheit werden. Wäre es andersrum, würde es aus meiner Sicht sämtlichen rechtsstaatlichen Grundsätzen widersprechen. Eine Bestrafung der unschuldigen Mehrheit kann sehr schnell zu Solidaritätsbekundungen führen. Beispiele für solche Bekundungen gibt es hier am laufenden Band. Ein Bumerang für alle Bemühungen der UEFA oder des DFB. Der Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung und Pyrotechnik verliert an großer Glaubwürdigkeit. Engagierten Fans, die sich für ein vorurteilsfreies und freies Miteinander einsetzen, wird sämtliche Arbeitsgrundlage bei Kollektivstrafen genommen. Für andere büßen kommt weder in der Schule, noch im Fußballtraining als auch im Alltagsleben gut an. Noch härter trifft es oftmals Auswärtsfans. Sie planen wochenlang, buchen, zahlen Reisen und stehen vor versperrten Stadien. Bei allem Lob für das Durchgreifen des DFB und des übergeordneten europäischen Verbandes ist ein Umdenken dringend nötig. Es muss unter Einbeziehung aller Verantwortlichen, auch den jeweiligen Fanvertretern, schleunigst nach Alternativen gesucht werden. Kollektivstrafen waren, sind und werden immer fehl am Platz sein.

Natürlich alles unter der Voraussetzung, dass eine gelebte Fankultur in Deutschland und Europa erwünscht ist. Wenn nicht, dann können wir den Laden sowieso in ein paar Jahren komplett schließen.

Schmidbauer Christian, Adalbert-Stifter-Str. 11, 83410 Laufen


UNTRAINIERBAR? UNFÜHRBAR?

24. September 2014:

Wieder einmal macht unser Verein, der TSV 1860 München fleißig Schlagzeilen. Vor der neuen Saison 2014/2015 konnte man die Euphorie in allen Ecken und Kanten an der Grünwalder Straße, aber auch im weiten Land Bayern, erspüren und erleben. Der TSV 1860 wollte wieder wer sein. "Meister werden", wie Ricardo Moniz äußerte. Sowohl das Präsidium, mittlerweile Notvorstand, um Gerhard Mayrhofer als auch Sportdirektor Gerhard Poschner und Ex-Trainer Ricardo Moniz strahlten Selbstsicherheit aus und absoluten Erfolgswillen. Im sportlichen Bereich wurde die Mannschaft komplett umgekrempelt, in der Hoffnung, dass es klappt.

Nun haben wir Ende September und was ist passiert: Der TSV 1860 startete so schlecht wie nie. Die Mannschaft präsentiert sich blutleer und der Trainer steht mehr oder weniger schon vor der Tür. Alles wie gehabt? Nein, noch viel schlimmer. Der TSV 1860 riskiert seine Existenz. Überzogene Maßnahmen gegen Identifikationsfiguren wie Kiraly oder Weigl waren ein Meilenstein in die falsche Richtung. Urvertrauen aus der Geschäftsstelle gegenüber allem was unten auf den Plätzen passiert.

Eigentlich spreche ich nicht gerne davon, dass man von "echten Löwen" redet. Diese zwei Wörter haben wohl ein wenig zu viel Pathos inne und vor allem versteht dies unsere Multi-Kulti-Mannschaft wohl kaum richtig. Multi-Kulti-Mannschaft mag ja durchaus funktionieren. Dafür müssen aber die Spieler bereit sein, den Schritt zu einer Einheit zu gehen. Und dieser Schritt ist aus meiner Sicht bisher keinesfalls getätigt. Ein homogenes Auftreten zeigt sich meist in der Niederlage schon auf dem Feld. Wenn dann aber Spieler stehen bleiben und nur fragend die Arme hochreißen, kann ich mir vorstellen wie es um die Stimmung und um dieses homogene Auftreten bestellt ist.

Seit Jahren, vielleicht Jahrzehnten, scheint unser Verein schlicht und ergreifend untrainierbar und unführbar zu sein. Wieviel Funktionäre und Trainer konnten sich schon "ausprobieren"? Wieviel Übergangs- und Interimslösungen hatten wir schon, die oftmals so schnell wieder weg waren, wie sie auftauchten. Dann die Posse mit Kirmaier und jetzigem Notvorstand, wo man sich doch fragt, was das alles soll.

Fakt ist doch, obwohl seit einigen Wochen hierbei Verbesserungen versucht werden, dass seit Jahren und Jahrzehnten sowohl ehemalige Identifikationsfiguren als auch fußballbegeisterte Fans, die Ahnung von bestimmten Materien haben (Stadion, Scouting, kaufmännische Leitungen von Abteilungen usw.) fast schon kategorisch trotz sogar schriftlicher Bewerbungen aus dem Suchkreis fallen. Natürlich sollte man sich auf keine Experimente einlassen. Doch nachweisbares Wissen aus der Fanlandschaft kann nicht nur den eigenen Horizont erweitern, sondern auch festgefahrene Diskussionen befruchten. Der Fan der Löwen ist nicht nur leidensfähig, der Fan der Löwen ist auch bereit sich ehrenamtlich oder gegen Bezahlung aktiv in das Vereinsgeschehen einzumischen und dabei sein Bestes zu geben. Und eins ist sicher: Der Löwenfan wird niemals allein nur auf seine persönliche Entwicklung bedacht sein, sondern ernsthaft und mit Herzblut die positive Entwicklung seines geliebten Vereins vorantreiben wollen - und vielleicht ist das genau der Unterschied zu vielem Vergangenen !!! Vielleicht ist genau hier die Lösung vieler Probleme beheimatet !!!

Wenn ein Verein wirklich untrainierbar und unführbar ist, ist dies eine Bankrotterklärung. Die Hoffnung bleibt seit Jahren bestehen, dass dies an der Grünwalder Straße nicht der Fall ist. Wenn jedoch nur der Hauch einer Richtung in genau diese Bankrotterklärung vorhanden ist, sollte man schnellstens klare Vorgaben erarbeiten und ausdiskutieren und vor allem dann auch schnellstens mit kühlem Kopf handeln.

So, und da meine ich den gesamten Verein, kann es aus meiner Sicht NICHT weitergehen !!!

Schmidbauer Christian, Adalbert-Stifter-Str. 11, 83410 Laufen

 

WEN INTERESSIERT WM UND WAS MACHEN WIR DANACH ?

9. Juli 2014:

Deutschland erstickt im Freudentaumel. Ein Freudentaumel, der auch einige Fragen zulässt, die vielleicht für alle Ewigkeiten unbeantwortet bleiben. Frage 1: Nach dem erreichten Finale haben sich laut Münchner Polizei die Fans auf der Leopoldstraße in München sehr aggressiv verhalten und es wird vermutet, dass es am hohen Alkoholgenuss lag. Laut dieser Pressemeldung aus dem Merkur muss man beim Lesen der ganzen Zeilen schon fast die Vermutung anstellen, dass sich die Polizei für das Verhalten von sogenannten Fans, in Wirklichkeit sind es ja neudeutsch ´"Event-Fans", entschuldigt. Dies kann man nur als Spitze gegen den Vereinsfußball sehen. Nehmen wir hier mal größere Feierlichkeiten oder Fanzusammenkünfte, die in der heutigen Zeit in der Medienlandschaft landläufig Ausschreitungen geschimpft werden. Ausschreitungen, richtig gelesen. Wenn ein alkoholisierter Fan nach einem gewonnen Derby von der Polizei aufgegriffen wird, ist er ein Randalierer - ein Böser. Wenn aber ein alkoholisierter Event-Fan der Nationalmannschaft mit ähnlichem Problem aufgegriffen wird..dann ist er ein Held, für den sich die Polizei sogar entschuldigt.

Frage 2: Feiern, Leiden, Freuden. Kann das mitfeiern, mitleiden und mitfreuen mit der Nationalmannschaft ernsthaft mit dem Vereinsfußball und "echter Liebe" verglichen werden?? Alle Fußballfans Deutschland werden mir hier recht geben, wenn ich sage NEIN. Ein Fußballfan, der sich Fan schimpft und schimpfen darf, leidet Woche für Woche mit seinem Verein. Jede Woche ist die Existenz auf dem Spiel, der Gemütszustand einer ganzen Woche wird am Wochenende entschieden. Abstieg, Klassenerhalt, Aufstieg, Meisterschaft, DERBYSIEG ----alles Komponenten, die in vier Wochen sogenannten Fußballrausch einen "Alltagsfan" nicht ernsthaft in Gefühlsschwankungen versetzt. Fußball ist für viele Fußballfans Religion - jedoch in seltensten Fällen ein vierwöchiger Sommerevent (WAS MACHT IHR EIGENTLICH 2022 IM SOMMER ODER WINTER?). Das ändert natürlich nichts daran, dass man sich an schönen Spielen durchaus erfreuen kann, die richtige Freude aus dem Herzen wird jedoch nur seinem Verein geschenkt.

Frage 3: Was macht der Nationalmannschafts-Event-Fan eigentlich unterm Jahr??? Und bitte keine Antworten: ich unterstütze alle bayerischen Clubs. Das ist Schwachsinn und das wisst ihr auch. Ich kann nicht gleichzeitig christlich und moslemisch sein. Ich kann nicht gleichzeitig mich mit der Säbener und Grünwalder Straße erfreuen. Also spart euch diese "ich hab euch alle lieb-Antworten". Den Nationalmannschaftsfan zu analysieren, fällt aus der Ferne schwer. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist er Fan der Mannschaften, welche auch die Spieler zur Nationalmannschaft abstellen. Und hier ist der Kreis mittlerweile sehr eng gestrickt, wie wir wissen. Falls diese Vermutung zutrifft, dann hätten wir auch das Phänomen gelöst, warum es viele Fußballfans in Deutschland gibt, welche die Nationalmannschaft nicht unterstützen. Dies ist aber nicht gleichzusetzen mit fehlendem Patriotismus (aber dazu im nächsten Punkt).

Frage 4: Bin ich kein Patriot, wenn ich die Nationalmannschaft nicht aktiv unterstütze? Selten so einen Schwachsinn gehört. Punkt 2 und auch in gewissen Maßen Punkt 3 gibt schon die Grunderklärung des Phänomens. Ein Fußballfan, der sich Fußballfan schimpft, steht zu seinem Verein. Er leidet mit seinem Verein und steckt darin alle Emotionen. Eine Nationalmannschaft ist ein "zusammengewürfelter Haufen" aus Spielern vieler Vereine. Hier fällt es so vielen Fußballfans schwer, die Hürde zu überspringen, welche den Weg zur absoluten Unterstützung ebnet. Bin ich das ganze Jahr in emotionaler, oftmals auch extrem kritischer, Konkurrenz mit anderen Vereinen, vielleicht sogar mit dem Lokalrivalen, kann ich nicht von einer Sekunde auf die andere umschalten und genau diese Spieler dann ohne Bauchweh unterstützen. Das funktioniert für einen Fußballfan nicht so einfach und bräuchte vermutlich deutlich mehr Vorlauf als ein paar Wochen. Ich allerdings halte das für unmöglich, und ich weiss, dass ich hier viel Zustimmung habe,, obwohl es keiner offen zugibt. Hier auf die patriotische Schiene etwaige Ehre anzupacken, halte ich für höchstverwerflich und etwaige Vergleiche aus der Vergangenheit spare ich mir in meiner Argumentation.

Frage 5: Nicht vergessen - in weniger als 1 Monat ist im ganzen Land wieder Vereinsfußball. Was der Nationalmannschaftsfan ausserhalb von WM oder EM macht, haben wir vermutlich im Punkt 3 erläutert. Nicht alle Eventfans haben aber diese Möglichkeit sich in den Vereinsfußball zu steigern. Somit wird in 1 Monat wieder der Vereinsfußball das Kommando übernehmen. Haben wir uns dann auch alle lieb?? Dortmunder mit Schalker, Hamburger mit Bremer, Clubberer mit den Unaussprechlichen?? Fallen wir uns dann auch in die Arme, wenn wir ein schönes Spiel sehen??? Ich glaube nein. Also lasst den gespielten Zusammenhalt untereinander. Es geht wie in allen Punkten nun ab August wieder um Emotionen, jedes Wochenende Leidenschaft, Zittern, träumen, hoffen, schreien, anfeuern, jubeln, weinen ---es geht um den emotionalen Zustand jedes einzelnen. Und magere Punkte, einmal mehr, einmal weniger. Jedes Tor kann entscheiden. Es geht um Gefühle, um Liebe, bei Schnee, Regen, Sonne. Eiskalten 20 Grad minus bis hin zu heißen 35 Grad im Schatten. Das sind die Temperaturen eines Fußballfans. Ob München, Dortmund, Bochum, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Rostock, Nürnberg, Stuttgart ---------Kaiserslautern, Leverkusen. Jedes deutsche Eck, jede Stadt wird besungen. Ihre Helden gefeiert, ihre Versager verteufelt. Jedes Wochenende aufs Neue. Die TV-Sender ergötzen sich an diesem allwöchentlichen Geschäft und holen sich Geldschein um Geldschein. Die Stadionkassen brummen - keiner wird auch nur annähernd an einen Sommerrausch in Brasilien denken. Es geht wieder ums nackte Überleben, um nackte Punkte um Rivalitäten Land ein, Land auf. Und nun nochmal die Frage? Fallen wir uns auch dann alle in die Arme und freuen uns über schöne Spiele??? Freut sich der Dortmunder mit dem Schalker über ein schönes Revierderby? Wird der Kölner bei einer Niederlage vom Leverkusener getröstet? Ist der Hamburger der Freund vom Werder-Fan?? Ich glaube nein. BALD GEHT DER VEREINSFUSSBALL IN DIE VOLLEN - ICH HOFFE JEDER IST DARAUF VORBEREITET !!!

Frage 6;: 1860 (das muss hier natürlich sein): Vor lauter WM im Internet und allen Medien hätte dem geneigten Leser fast entgehen können, dass MÜNCHENS GROSSE LIEBE, der TSV 1860 München einen Umbruch in die Wege geleitet hat. Ein neuer Übungsleiter, einige neue Spieler, ein neues Spielsystem. Man will oben angreifen, von Aufstieg redet man nur selten, offensiven attraktiven Fußball spielen. Die ersten Testspiele verheißen ein gemischtes Gefühl, aber dafür sind ja Testspiele von Natur aus da, damit getestet werden kann. Wir haben durchaus Spielermaterial erhalten, die sicherlich wohlklingende Namen sind und ihre jeweils persönliche Vita auf eine bessere Saison hoffen lässt. Denn eines ist klar, ein weiteres Jahr graues Mittelfeld wird die Fanlandschaft nicht mehr einfach so verzeihen. Sportdirektor Poschner, Übungsleiter Moniz und alle Spieler stehen durchaus in der Bringschuld - hier die vielgescholtene Löwenseele aufzupeppen und zu erfreuen. Dass nicht immer alles glatt läuft, braucht uns keiner mehr erzählen - das sind wir gewohnt. Und wenn alles bei unserem Verein glatt laufen würde, wären wir vermutlich auch keine Fans unserer Sechzger. Aber nach 10 Jahren Zweiter Bundesliga und einer selbstprojezierten Jagdsaison, die mal wieder in die Binsen gegangen ist, ist der Geduldsfaden in der Fanlandschaft sicherlich nicht mehr der Stärkste. Wenn eine Mannschaft den Rasen betritt, die von der ersten bis zur letzten Minute versucht, alles zu geben und dann unterliegt - OK, Schwamm drüber. Aber ohne Gegenwehr und ohne spielerisches Mittel - ich weiss nicht so recht. Aber eins muss man auch sagen: Wir fühlen uns wie so manche Mutter: WIR SIND GUTER HOFFNUNG !!! Das Auftaktprogramm in Kaiserslautern, zuhause gegen die Dosen aus Leipzig, nach Heidenheim und dann Darmstadt verheißt interessante Spiele, deren Ausgang in der Wahrsagerkugel noch keinesfalls zu finden ist. WIR FREUEN UNS AUF DIE NEUE SAISON - UND ES IST ECHTE FREUDE - WOCHE FÜR WOCHE - TAG FÜR TAG - SCHWITZEN, WEINEN, FREUEN, SCHIMPFEN, VERFLUCHEN. Die ganze Bandbreite einer emotionalen Beteiligung an einem Verein. Es ist Liebe, es ist Leidenschaft - ES IST FUSSBALL !!!!

Schmidbauer Christian, Adalbert-Stifter-Str. 11, 83410 Laufen

 

WAS MACHT 1860 ZU EINEM TRADITIONSVEREIN UND WORIN BESTEHEN UNTERSCHIEDE ZU ANDEREN CLUBS?

21. Mai 2014:

Allbekannt ist, dass sich der TSV 1860 München als Traditionsverein, sogar als "DER" Verein der Münchner nennt. Gott sei Dank, und das ist wohl auch allen Münchnern klar, besteht die Fanlandschaft nicht nur aus in München wohnhaften Fußballfans, sondern geballt verstreut in allen Landesteilen und ausländischen Nachbarländern. Liegt die Ursache eines Traditionsvereins in dem Gründungsdatum? Welche Grenze ist hierzu zu ziehen? Ich glaube eher, dass man einen Traditionsverein soweit beschreiben kann, dass dieser in der deutschen Fußballlandschaft seit Jahrzehnten verankert ist und durch Höhen und Tiefen gegangen ist. Hierzu bleibt zu bemerken, dass nicht automatisch der sportliche Erfolg dazu führt, Tradition aufzubauen. Selbstredend hängt die Tradition auch von der gewissen Fanbase ab. Wenn man bedenkt, welche Fanbases Vereine wie der TSV 1860 München, der SV Waldhof Mannheim, FC St.Paul Hamburg (um nur einige zu nennen) haben, muss man in diesem Punkt feststellen, dass hier die "Tradition" erfüllt wäre. Nicht automatisch ist ein großer Verein ein Traditionsverein. Der Blick ins Ausland zeigt dies sicherlich deutlich. Mit Sicherheit spielt auch der Spielort eine Rolle. Hierzu liegt der TSV 1860, zumindest im Blick auf die Profiabteilung, im Argen. Ein Stadion, welches einen Mythos trägt, wo Erfolge und Misserfolge gefeiert und betrauert wurden, ein Spielort wo allein schon Anekdoten der "Älteren" die Jüngeren hinzieht - dies ist die Allianz-Arena, die wegen der WM 2006 gebaut wurde, keineswegs. Ein Pokalspiel gegen Borussia Dortmund reicht hier definitiv nicht aus. So ein Stadion wäre das Grünwalder Stadion oder mit Abstrichen auch das Olympiastadion. Fehlentscheidungen von ehemaligem Führungspersonal des TSV 1860 als auch der Stadtspitze München hat dieser "Tradition" einen Knick verpasst. Diese Fehlentscheidungen rückgängig zu machen, ist seit fast einem Jahrzehnt ein Gewaltakt, den bisher zufriedenstellend kein Nachfolgepersonal in den Griff bekam. Eher ein "es läuft doch eigentlich eh ganz gut" ist zu bemerken. Dieses "es läuft doch eigentlich eh ganz gut" reicht für diesen Punkt Tradition allerdings keinesfalls aus. Tradition ist auch die "Weitergabe von etwas". Wenn der Großvater, Vater oder andere Familienmitglieder Fan des Vereins waren, gibt es immer etwas zu erzählen. Die innerfamilieräre Begeisterung wird über Generationen weitergegeben. Sowas können ausschließlich Vereine bieten, die schon seit Jahrzehnten im Fußballgeschäft tätig sind - egal in welcher Liga sie auch gespielt haben wollen. Die mündliche Weitergabe von Brauchtum, Riten, abergläubischen Aktionen spielen in diesen Bereich stark mit ein. Dass mittlerweile die Fußballlandschaft von Mediummogulen, Ölmagnaten oder anderen geschäftstüchtigen Leuten infiltriert wurde, liegt wohl auch daran, dass man ohne die finanziellen Möglichkeiten einen sportlichen Erfolg kaum garantieren kann. Selbst der Münchner Nachbar in Rot muss sich zahlreicher Firmen bedienen, um Megatransfers und die endgültige Abzahlung des "Franz-Beckenbauer-Gedenkstadions" zu garantieren. Damit generieren natürlich Firmen aus In-und Ausland Werbestrategien und die einfachen Zuschauer aber auch Fans müssen sich in der heutigen Zeit derart beschallen lassen, dass oftmals die Schmerzgrenze erreicht wird.

Doch ist die Schraube wirklich zurückzudrehen? Im Hinblick auf ausländische Ligen sind die deutschen Ligen noch im Schlaraffenland. Die 50+1 Regelung der DFL, und man kann diesen "Verein" verteufeln wie man will, zeigt hier große Wirkung. Jedoch wird diese Regelung durch Retortenklubs wie RB Leipzig als auch durch Klagen des Hannover 96-Chefs Martin Kind derart hinterfragt, dass es leider wohl nur eine Frage der Zeit sein wird, bis diese Regelung sein Ende gefunden hat. Was wären die Auswirkungen? Fans, die sich seit Jahren gegen den Kommerz im Fußball aussprechen, würden sich unterklassige Vereine oder Vereine mit starker Amateurabteilung suchen, und dort ihren Support weiterführen. Die Profiligen wären nur noch Ligen für das TV und für den Kommerz. Zuschauer nur noch Beiwerk und nicht mehr benötigtes Einnahmenpotential. Geld würde wie an den weltweiten Börsenmärkten heuschreckenartig umgesetzt und Kommerzvereine kommen und gehen wie sie wollen. Was das mit Tradition zu tun haben will, bleibt jedem Betrachter selbst überlassen. Ob man dadurch diese englischen Verhältnisse erreichen würde, bliebe abzuwarten, jedoch die Möglichkeit dieser Verhältnisse wäre sehr hoch.

Was bleibt dann übrig? Im Grunde blieben zwar Vereine, wie der rote Nachbar, sicherlich übrig, jedoch wie oben erwähnt mit erheblichen finanziellen Spritzen heimischer und ausländischer Firmen, die jetzt schon mächtig ihren Obulus abgeben. Übrig blieben, und das wäre zu hoffen, Amateurvereine von der 4. Liga abwärts, die sich nun über große Fanbases freuen könnten, die Amateurabteilungen der Clubs...und dies nur, wenn das Interesse am Fußball bestehen bleibt. Ansonsten bliebe Tristess, Fußball unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Was gilt es zu tun? Im Grunde müsste die 50+1 Regelung der DFL hart, und nicht so wie jetzt durch die UEFA, in allen Ligen Europas, wenn nicht sogar der Welt eingeführt werden. Keine Schlupflöcher, keine Ausnahmen oder Lizenznachverhandlungen. Klare Regelungen erzeugen klare Ausgangspositionen. Dass solche Themen bei der bevorstehenden Europawahl nicht aktiv angegangen werden, zeigt leider noch das fehlende Interesse zahlreicher Politiker zu diesem Thema. Frei nach dem Motto "es läuft doch eigentlich eh ganz gut". Doch das ist uns, das ist mir zu wenig. Es ist Zeit klare Aussagen zu treffen und der Tradition stützend unter die Arme zu greifen. Was ist ein Land ohne Tradition? Was ist ein Land ohne Brauchtum und Riten? Was ist ein Land ohne Geschichte? Tradition ist nur durch Geschichte erlebbar. Geschichte zu haben, Geschichte zu leben, Geschichte zu schreiben. Ähnlichkeiten mit dem Fußball sind absichtlich gewählt.

Also Europa: Greife das Thema endgültig und scharf auf und sorge für Klarheit auf dem Fußballsektor. Die Tradition und die Fußballfans würden es dir mehr als danken !!!

Schmidbauer Christian, Adalbert-Stifter-Str. 11, 83410 Laufen

 

 

TIEFPUNKT JAGT WOHL TIEFPUNKT ??!!!

2. Oktober 2013:

Nach dem Auswärtsspiel beim 1.FC Kaiserslautern reden viele Fans und Verantwortliche des TSV 1860 München von einem Tiefpunkt.  Von Leblosigkeit in der Mannschaft, von "jetzt muss was getan werden". Immer wieder fallen wir von einem Tiefpunkt zum nächsten Tiefpunkt. Den Tiefpunkt, den wir nicht erreichen können, der muss wohl erst geschaffen werden. Das hab alles mit "gesundem Löwenblues" aber mal gar nichts mehr zu tun. Hier ein "Meckerlein", da eine Schimpftirade, hier ein schwarzes Loch zum Reinfallen, dort ein Hundsdreck zum reinsteigen......die Liste könnte endlos fortgeführt werden. Eigentlich ist der 1860-Fan doch latent selbstmordgefährdet, wenn man wirklich von der einen Depression in die nächste schlittert. Oder ist einfach die Wahrnehmung eine andere wie die Realität? Sehen wir uns doch mal an, wann die ganze Straße der Tiefpunkte begonnen hat. Der verschossene Elfmeter von ...(eigentlich sollte man den Namen nicht mehr aussprechen) beim Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin im Olympiastadion bedeutete mehr oder weniger 10 Jahren 1. Bundesliga den Abstieg in die "Zweite". Irrtümer wie Falko Götz oder Gerald Vanenburg als Cheftrainer sollte man auch die Liste der Verdrängungstaktiken stellen. Hoffnungsvoll wurde der zweitligaerfahrene Rudi Bommer als Coach verpflichtet. Der angepeilte Wiederaufstieg jedoch auch unter dessen Nachfolger Reiner Maurer im November 2004 nicht erreicht. Platz 4 am letzten Spieltag - ein weiterer Tiefpunkt der Löwenseele. Der Umzug in die Allianz-Arena zur Spielzeit 2005/2006 für viele Fans der nächste Tiefpunkt und Schritt in die "Abhängigkeit" des ungeliebten Nachbarn von der Nebenstraße. Die Saison lief gut an, zwischenzeitlich war man sogar Tabellenführer. Der Absturz in den Kreis der "erweiterten Aufstiegsaspiranten" gelang dem TSV 1860 aber noch vor der Winterpause. Wieder musste ein Trainer seinen Sachen packen und mit dem "Cordoba-Helden" Walter Schachner ein Österreicher auf der Kommandobrücke installiert. Zugleich kam mit Stefan Reuter ein Ex-Roter und Ex-Clubberer als Manager an die Grünwalder. Wirtschaftlich und sportlich ging es im Frühjahr 2006 ziemlich steil bergab - ein weiterer Tiefpunkt. Präsidenten und Geschäftsführer gaben sich ab diesem Zeitpunkt fast jährlich die Klinke in die Hand. Kurze Zeit später rettete der ungeliebte Nachbar sogar die Löwen vor der Insolvenz - emotional bestimmt ein weiterer Tiefpunkt. Erst am vorletzten Spieltag erreicht Schachners Team den Klassenerhalt in Liga zwei. Auch eine weitere Saison später ein neuer Trainer auf dem Stuhl. Marco Kurz. Zumindest erreichte er schlussendlich Platz 8 - der Aufstieg jedoch gelang auch diesmal nicht. Auch in der Saison 2007/2008 kann man von einem erneuten Tiefpunkt sprechen. Erneut gelang es dem Trainer und der Mannschaft nicht, Leistungen zu bestätigen oder einen Schritt nach vorne zu machen. Wiederum am vorletzten Spieltag gelang der Klassenerhalt. Langsam aber sicher wurden die "Blauen" zur grauen Maus der Zweiten Liga - ein Tiefpunkt. In der darauffolgenden Saison wurden mit Marco Kurz, Uwe Wolf und Ewald Lienen sogar drei Trainer "verschlissen" - der TSV "Hollywood" ließ langsam grüßen. Die Spielzeit 2009/2010 brachte den TSV 1860 München sportlich bedenklich nah dem Abstiegsrelegationsplatz. Ewald Lienen wurde wieder rausgeworfen und ein alter Bekannter betrat die Löwentrainerbühne - Reiner Maurer, der in der Folge erstaunlich lange bei den Löwen durchhielt. Sportlich hatte der TSV 1860 gelindegesagt wenig mit dem Aufstieg zu tun und war nun, auch statistisch gesehen, die "graue Maus" der Zweiten Liga - ein Tiefpunkt. Mit dem Einstieg eines Investors im Jahr 2011 glaubten viele Fans, dass es nun mit Geld nach oben gehen würde. Doch das Gegenteil war der Fall. Streitereien in der Führungsebene, die ja ein Löwenfan schon lange kennt, nahmen ungeahnte Ausmaße. Präsident gegen Geschäftsführer, Geschäftsführer gegen Investor und die gleiche Runde wieder zurück oder in eine andere Richtung - man verlor schier den Überblick wer nun auf welcher Seite stehe. Auch sportlich waren es keine goldenen Jahre. Kurzzeitig an obere Tabellenregionen ranschnuppern und dann sich schnell wieder im Mittelfeld einreihen - mehr war nicht zu erwarten. Die Wahl eines neuen Präsidenten, die Entlassung des Geschäftsführers (wie viele Geschäftsführer zuvor) sollte auch sportlich neuen Schwung bringen. Das Pokalspiel gegen die beste Mannschaft Europas, Borussia Dortmund, war sicherlich kein sportlicher Leckerbissen unseres geliebten Vereins, doch irgendwie fand eine gewisse Aufbruchstimmung in der Fankurve Einzug. Diese Aufbruchstimmung wurde durch eine sicherlich, wie so oft die vergangenen Jahre, nicht erwähnenswerte Leistung im nächsten Punktspiel beim 1.FC Kaiserslautern "niedergeprügelt". Viele Fans rechnen nun wieder mit tristen Zuschauerzahlen in der Arena, keine Aufbruchstimmung und ein "weiter so".

Doch seien wir uns mal ehrlich. Was sind wir in der Außendarstellung vieler Fußballfans in Deutschland: Die "graue Maus" der Zweiten Liga, die nur von ihren Träumen für die Zukunft oder Erinnerungen aus der etwas längeren Vergangenheit träumt. Das hat leider nichts mehr mit Tiefpunkten zu tun - sondern mit der sportlichen Realität der Münchner Löwen.

Selbstverständlich ist das Bild von außen für uns keinesfalls nachvollziehbar oder zu akzeptieren. Wir Löwen hoffen und glauben an bessere Zeiten, sonst würden wir uns vor den SKY-Fernsehern tummeln, nie mehr mit Fanbussen etc. ins Stadion fahren, geschweigedenn Auswärtsfahrten organisieren und hätten uns vielleicht schon längst eine andere Sportart gesucht (Dart?). Doch so leicht lassen wir uns nicht unterkriegen. Emotional sind wir eigentlich ein Erstligaklub, mindestens ein "schlafender Riese". Jedes Jahr könnten wir gefühlt 50% aller Erstligaklubs besiegen - kein Ziel ist uns zu weit oder zu hoch. WIR SIND MÜNCHENS GROSSE LIEBE !!! WIR SIND DER WAHRE MÜNCHNER FUSSBALLVEREIN - WIR SIND DIE GEILEN JUNGS AUS DER LANDESHAUPTSTADT - DIE NUMMER 1 DER STADT SIND WIR !!!! Natürlich. Vielleicht trägt einfach unsere emotionale Abhängigkeit an den Löwen, die sich oft wie eine Droge auswirkt, dazu bei, dass wir bei Rückschlägen von einem in den anderen Tiefpunkt fallen und bei positiven Ereignissen gleich vom Aufstieg träumen, einen Brasilianer kaufen wollen oder sogar Champions-League spielen wollen.

Das Präsidium und alle Führungsverantwortlichen sind nun endlich gefragt unsere emotionale Abhängigkeit zu belohnen. Unsere Träume zumindest ein wenig zu verwirklichen - dem großen Nachbarn ein Widerpart zu sein. In welchem Zweitligastadion kommen bitteschön zwischen 15.000 und 20.000 Zuschauer pro Partie in 10 Jahren 2. Bundesliga??? Keiner will einen TSV "Hollywood", keiner will einen stetig erfolgreichen Verein. Das einzige was der Löwe will ist eine gerechte Belohnung für unsere Tiefpunkte. Daher Herr Mayerhofer, Herr Funkel, Herr Ismaik, Herr Basha und alle Führungsverantwortlichen sind sie nun gefragt, den Löwen zu stärken - aufzubauen und uns Fans auch nach allen erlebten Tiefpunkten aufzurichten, zu motivieren und uns Aussichten, Visionen zu vermitteln - Ziele für MÜNCHENS GROSSE LIEBE - und wenn es ihre Zeit noch hergibt: Vielleicht den ein oder anderen Traum zu verwirklichen.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger........

Christian Schmidbauer, Adalbert-Stifter-Str. 11, 83410 Laufen

 

WEITER SO IN TRISTESSE

16. April 2013:

Was bedeuten für die Zukunft des TSV 1860 die Vertragsverlängerungen von Trainer Schmidt und Sportdirektor Hinterberger? Dies ist eine Frage, welche die Löwenfans umtreibt. Betrachten wir mal die Situation genauer. Trainer Schmidt wurde als "Übergangslösung" für Reiner Maurer installiert. Wie es so oft in deutschen Landen ist halten Provisorien und Übergangslösungen am besten. Warum? Weil sie kostengünstig sind und wenig Umstellungen bedeuten. Wenn wir uns die Leistungen der beiden Herren Schmidt und Hinterberger betrachten, mag durchaus sein, dass wir eine gute Platzierung in der Zweiten Liga erreichen und auch laut Geschäftsführer Schäfer "immer im finanziellen Rahmen" arbeiten. Doch ist das wirklich der Anspruch von "Münchens großer Liebe"? Wollen wir verharren in Zweitligatristesse? Sehen wir uns doch mal den "Zuschauerstrom" in der Arena an. Natürlich gibt es die ein oder anderen Fans, die sich das Grünwalder Stadion zurückwünschen - diese Ambitionen muss man auch von Seiten des Vereins ernst nehmen und dürfen auch nicht einfach so weggewischt werden. Fakt ist jedoch auch, dass wir derweil die Arena als Spielstätte nutzen. Wenn also nichts gravierendes passiert, Derbys gespielt werden oder aber ein hochinteressanter Gegner in München aufschlägt, dann muss man leider feststellen, dass die Zuschauerzahlen der hartgesottenen Fans langsam aber stetig sinkt. Selbst in Gesprächen auf Straßen muss man von eingefleischten Fans derzeit den Satz hingegeben nehmen "eigentlich interessiert mich das Ganze momentan nicht wirklich!". Traurig, aber wahr. Was tun, ist hier die Frage? Ein "WEITER SO" kann es nicht geben. Denn Stillstand ist Rückschritt - dieser Spruch aus der sozialen Marktwirtschaft hat auch in diesem Bereich Wirkung. Wollen wir denn ernsthaft nochmals 10 Jahre Zweitligatristesse erleben??? Wollen wir nach dem ach so tollen Dreijahrsplan einen neuen Plan aufstellen, der vielleicht ähnliche Visionen beinhaltet? Pläne über Pläne, seit wir aus der Ersten Liga abgestiegen sind. Immer wieder durften sich neue Präsidenten versuchen den "Schlachtkreuzer" 1860 auf Kurs zu bringen und vielleicht in den Hafen "Erste Liga" zu steuern. Ob die jeweiligen Herren am eigenen Anspruch scheiterten oder schlicht am eigenen Durchsetzungsvermögen, wage ich pauschal nicht zu beurteilen. Es muss jedoch festgestellt werden, dass den meisten Löwenfans mittlerweile nicht nur, aber auch eine sportliche Perspektive fehlt. Wo wollen wir denn wirklich hin? Wollen wir Zweitligatristesse, wollen wir aufgrund der finanziellen Eigenständigkeit vielleicht den Rückschritt in Liga 3 oder in den Amateurbereich oder wollen wir endlich wieder in die Erste Liga aufsteigen und Fußballfeste gegen Bremen, Hamburg, Nürnberg und Derbysieger gegen den ungeliebten Nachbarn feiern??? Was will der TSV 1860 München? Was will ein möglicher neuer Investor, falls der "alte" die Segel streichen sollte? Alles Fragen, die vielleicht auch auf der kommenden Delegiertenversammlung beantwortet werden sollen. Aber sie sollten wenn dann nicht in politischer Korrektness beantwortet werden, denn solche Aussagen hängen uns allen zur Genüge aus den Ohren heraus. Entweder ganz glasklare Aussagen oder eben nichts sagen. Die 256 Graustufen dazwischen interessieren die meisten Fans nicht mehr. Aber um zum Kernpunkt zurückzukommen. Was bedeuten die Vertragsverlängerungen von Schmidt und Hinterberger? Ganz klar ein "WEITER SO". Es wurde sich jetzt an der Grünwalder Straße wieder schön eingerichtet, alles soll so bleiben. Manchmal hat man auch das Gefühl das Wort "Aufbruchstimmung" ist ein Fremdwort, welches in keinem Duden steht. Langsam muss man auch das Gefühl bekommen, dass sich der TSV 1860 auch in der Zweiten Liga schön eingerichtet hat und die Führungsebenen eigentlich ganz zufrieden mit der jetzigen sportlichen und finanziellen Situation ist. Sollten diese Thesen nicht stimmen, erwarte ich langsam aber sicher klare zukunftsorientierte Lösungen - die Fans brauchen diese Lösungen - der Verein braucht diese Lösungen - München braucht diese Lösungen. Visionen braucht kein Mensch. Denn schon Altkanzler Schmidt wusste, dass ein Mensch der Visionen hat, besser seinen Arzt besuchen sollte.

Daher: BITTE KEIN WEITER SO !!!

Christian Schmidbauer, Adalbert-Stifter-Str. 11, 83410 Laufen

BAYERN-FANS SIND FEIGLINGE

11. April 2013 (zwar fünfzehn Jahre alt, aber heute wieder gefunden...und es passt nach wie vor):

"Die Tageszeitung (taz)" vom 28.September 1998
BAYERN-FANS SIND FEIGLINGE
Eine Polemik aus gegebenem Anlaß.

Jeder Fußballfan weiß es intuitiv. Es ist nicht nötig, es auszusprechen. Keiner zweifelt daran. Und doch gibt es das Bedürfnis, es ein für alle Mal festzustellen: Es gibt keine Bayern-Fans. Ohne Zweifel, es gibt Menschen, die sich einbilden, Fans von Bayern München zu sein. Ihrem äußeren Verhalten nach könnte man sie auch als solche wahrnehmen. Sie tragen die Trikots ihrer Mannschaft, jubeln bei Treffern für ihr Team, lesen in der Zeitung jede noch so unwichtige Meldung über ihren Verein und fiebern dem nächsten Spieltag entgegen. Aber ihnen fehlt doch das Eigentliche, die Essenz des Fan-Seins: Verzweiflung. Es gibt keine Anhänger des FC Bayern, die jemals von diesem Gefühl gepackt wurden. Über Tage hinweg wie gelähmt zur Arbeit zu gehen, im Kopf nur der Gedanke an die drohende Niederlage, das endgültige Aus, den Abstieg, den verpassten Aufstieg oder UEFA-Cup-Platz. Bayern-Anhänger haben immer eine Gewissheit, die sie immun macht gegenüber jedem Gefühl der Angst und der Ausweglosigkeit. Sie wissen, ihr Klub kann jede verpasste Chance nachholen. Wenn nicht diesmal, dann eben nächste Saison. Was soll‘s, wir holen uns schon die richtigen Leute. Es gibt keinen Bayern-Anhänger, der jemals mitansehen mußte, wie sein Team zum sechsten Mal in Folge verliert. Kein Bayern-Anhänger saß jemals zitternd vor dem Radio und fürchtete sich davor, dass der Reporter ein Tor aus einem Stadion verkündet, in dem sein Klub gerade das überlebenswichtige 0:0 über die Zeit zu retten versucht. Ein Erlebnis, das am Samstag den Fans des VfL Wolfsburg, sofern es diese geben sollte, zuteil wurde, als Elber in der 87. Minute doch noch traf - für Bayern, versteht sich. Natürlich, Bayern hat schon bittere Niederlagen hinnehmen müssen, etwa 1982 im Europacup-Finale gegen Aston Villa. Oder 1987 gegen Porto. Mehrfach wurde die Meisterschaft knapp verpaßt. Aber dieses Gefühl, das 30.000 Werder-Fans ergriff, als Kutzop den Elfmeter an den Pfosten setzte, werden Bayern-Anhänger nie erleben. Kein Bayern-Anhänger wird je verstehen, was die Frankfurter Fans 1992 durchlitten, als ihr Team in Rostock die Meisterschaft verspielte. Dieser Aspekt der verzweifelten Hingabe fehlt jedem, der sich für den FC Bayern entschieden hat. Und höchstwahrscheinlich ist es gerade das, was diesen Verein für Millionen Menschen so attraktiv macht.
Der natürliche Grundzustand des Bayern-Anhängers ist also nicht Verzweiflung, das Gefühl der Ausweglosigkeit und Schwäche, sondern Bayern-Anhänger leben in einem Ausgangszustand der Arroganz und Überlegenheit. Verzweiflung wegen und durch ihren Fußballclub ist diesen Menschen vollkommen fremd. Bayern-Anhänger sind keine Fußballfans, sondern Feiglinge, unfähig zu wahrer Hingabe, die das Risiko einschließt, tief enttäuscht zu werden.

Johannes Keller
taz Nr. 5646 vom 28.9.1998 Seite 18


DIE SCHLECHTESTEN FANS DER LIGA
Von Katrin Weber-Klüver (kurz nach einem Sieg des TSV 1860 München über die Bayern)


Bayern-Fans sind anders. Ihnen ist alles egal, nur eines muss sein: Dass sie als Sieger nach Hause gehen. Gemeinhin werden Kinder durch familiäre Einflüsse, Geburtsort oder durch merkwürdige, schicksalhafte Zufälle Anhänger eines Fußballvereins. Aber es gibt eben auch diese Kinder, die als Fünfjährige cholerische Wutanfälle bekommen, bloß weil sie mal beim Murmelspiel verlieren. Die werden dann Bayern-Fans. Weil sie den Verein nicht aus Zuneigung ausgewählt haben, sondern um auf der Gewinnerseite zu stehen, sind sie die schlechtesten Verlierer von allen. Manche FCBler (...) haben jetzt zum ersten Mal im Leben eine Derby-Niederlage mitbekommen. Jeder normale Fußballfan kennt vergleichbare Situationen, er kennt die Optionen Sieg, Unentschieden, Niederlage und er versteht es, das Spektrum von Jubel bis Endzeitstimmung auszuleben.
Bayern-Fans können das nicht. Sie sehen Fußball wie "Derrick": Es muss nervenschonend spannungsfrei zugehen und der Erfolg am Ende von Anfang an feststehen. Alles andere - Betrug! Betrug am Konsumenten. Nichts anderes ist der Bayern-Fan: ein Konsument, der Service erwartet. (...) Schon bei kleinsten Pannen wechselt der Bayern-Fan pikiert den Anbieter. Niemand in Dortmund käme auf die Idee, in schweren Zeiten wie diesen zum VfL Bochum überzulaufen. In München wechselt der beleidigte Bayern-Fan zwischenzeitlich schon aus nichtigeren Gründen als einer Derby-Niederlage mal zu Unterhaching. Zur Strafe für den großen FCB sozusagen. (...) Da kennt er nichts. Aber er kennt ja ohnehin nichts. Jedenfalls nichts vom Fußball.

STADTDERBY - JA ODER NEIN

21. März 2013:

Diese Frage treibt die Löwenfans, als auch die Fans der Nebenstraße, auf der Facebookseite der TZ oder auch auf TZ-Online rum. Wie wenn es keine anderen Probleme gäbe? Nicht unbedingt. Denn wenn es um das Stadtderby geht, ist ganz München auf den Beinen und zittert entweder in Blau oder Rot dem Spiel entgegen. Dass sich die Mehrheit der Fans aus der Nebenstraße gegen ein Freundschaftsderby, beispielsweise am Beginn jeder Saison, ausspricht, ist, wenn man die nackten Zahlen betrachtet, mehr als verständlich. Aber dazu später mehr. Dass auch die Löwenfans gegen ein solches Derby sind, ist wohl auch der "Grundablehnung" der roten Farbe geschuldet und vielleicht auch der kleinen Befürchtung nicht immer zu gewinnen. Doch nehmen wir mal die Zahlen. Klar schlägt die Derbybilanz in Pflichtspielen in Richtung "rot" aus, auch wenn das letzte Pflichtspielaufeinandertreffen im DFB-Pokal Viertelfinale im Februar 2008 einen äußerst glücklichen und vielleicht sogar unverdienten Sieger in Rot sah. 0:1 n.V. durch einen mehr als glücklich gegebenen Elfmeter, da bleiben wenig Fragen von Seiten der Blauen offen. Die ausverkaufte Allianz-Arena sah drei Platzverweise, einmal für "Rot" und zweimal für die Löwen. Dass der von Ribery verwandelte Elfer ein Wiederholungselfer war, machte die ganze Niederlage für die Blauen nur noch unglücklicher und unverdienter.

Wenn man aber die "Freundschaftsbilanz" (zwischen 1992 und 2004 kein Testderby) betrachtet schlägt das Pendel bis 2004 klar für die Löwen aus. In vier Derbys zwischen 2004 und 2008 konnte der "große" Verein aus der Nebenstraße nie als Sieger vom Platz gehen. Lediglich ein 1:1 im bislang letzten Aufeinandertreffen im Jahre 2008 könnten die "Roten" für sich als Erfolg verbuchen.

19. Juli 2004: 1:0 für die Löwen im Olympiastadion;

2. Juni 2005: 1:0 für die Löwen in der Allianz-Arena;

8. August 2006: 3:0 für die Löwen in der Allianz-Arena

Die eventuell anfallende Ausrede, dass in "Freundschaftsderbys" nicht die erste Mannschaft der Nebenstraße auftreten würde, ist spätestens im Derby am 8. August 2006 widerlegt. Hier handelte es sich um das Abschiedsspiel des Brasilianers Giovane Elber und wenn man die Aufstellung betrachtet, waren hier fast ausnahmslos Spieler der Kampfmannschaft aus der Bundelsliga anzutreffen. Diese Mannschaft wurde von den damaligen Löwen klar mit 3:0 besiegt.

Stadtderby - Ja oder Nein? Das ist hier die Frage. Ganz klar wäre ich für ein "Freundschaftsderby". Die Bilanz spricht für die Löwen oder anders gesagt "The Trend is your Friend!". Apropos Friend: Dass ein Rob Friend sicherlich gegen einen Boateng gut aussehen würde, ist jedem Löwenfan klar.

Autor: Christian Schmidbauer, Adalbert-Stifter-Str. 11, 83410 Laufen

 

DER NEUE LÖWENBLUES BEGINNT AB ENDE APRIL

19. März 2013:

Bei einer geheimen Wahl würde Hep Monatzeder nicht als Präsident durchgewunken werden. Das vermutet ARGE-Schriftführer Christian Poschet. Die Delegiertenversammlung findet voraussichtlich Ende April 2014 statt. Dort soll das neuvorgeschlagene Präsidium (Vorschlag durch Aufsichtsrat) bestätigt werden. Leider hat die ARGE Region 6 nur vereinzelt Delegierte seit der letzten Delegiertenwahl. Doch sehen wir uns mal die Voraussetzungen an. Die Machtverhältnisse haben sich nach Schneiders Abgang, oder gezwungenen Abgang, verändert. Ein "heimilicher" Präsident und Investor beherrscht die Entscheidungen von Dubai aus. Aufsichtsratsvorsitzender Otto Steiner, der selbst das Amt des Präsidenten verweigert und ablehnt, schart seine "Freunde" um sich und es ist stark davon auszugehen, dass ein 3. Bürgermeister der Stadt München ebenfalls in dessen Kreis fällt. Doch warum Hep Monatzeder? Frei von jeglichen Vorurteilen, die man gegen ihn haben könnte, muss man die Sache analysieren.

1. Es handelt sich um einen Politiker: Viele Fans forderten und fordern weiterhin, dass kein Politiker mehr in führenden Ämtern des TSV 1860 vorhanden sein soll, egal welcher Colour. Nun könnte man dagegen argumentieren, dass so mancher Politiker für die Zukunftsentscheidungen um den Verein herum nicht schaden würde, beispielsweise in der Stadionfrage. Dass dafür aber ein abgesägter OB-Kandidat (abgesägt von der eigenen Partei) die richtige Entscheidung ist, darf bezweifelt werden. Wenn dieser nicht mal in der eigenen Partei den Rückhalt für seine politischen Wünsche hat, wer soll dann weitere Wünsche erfüllen, mit welcher Basis im politischen Haifischbecken soll dies durchgesetzt werden?

2. Widerspruch in Stadionfrage: Selbstverständlich kann jeder denkende Mensch seine Meinung ändern und Zusammenhänge anders darstellen, wie das eine Mehrheit sieht. Bei der Stadtratswahl 2008 forderte Hep Monatzeder den Abriss des ehrwürdigen Stadions an der Grünwalder Straße. Nun soll dieser Mann, der damals ein "Herzstück", eine "Seele" der Löwen abreißen wollte, diesen Verein führen. Bedenklich, wie ich finde. Dass Monatzeder nun einen "Löwenkäfig" will, scheint mir eine Aussage, die auf Druck vieler Funktionäre und auf Druck der Fanlandschaft zustandegekommen ist. Sicher freut mich diese Aussage, doch der Glaube an der Ernsthaftigkeit fehlt noch.

3. Unterstützung aus dem Fanlager: Sowohl die ARGE, als auch PRO1860 äußerten sich klar. Monatzeder habe bis Ende April noch einige Überzeugungsarbeit in eigener Sache zu bewerkstelligen. Dies zeigten auch die Fanprotestplakate beim Heimspiel der Löwen gegen Hertha BSC Berlin. Nur wie will er dies bewerkstelligen? Er müsste schon fast eine Ochsentour durch die Fanclubs und die Fanlandschaft machen, die Ende April über das Präsidium entscheiden werden - zeitlich und organisatorisch eine Mammutaufgabe, die wohl kaum zu regeln ist. Alternativ dazu müsste er schon fast eine "Brandrede" auf der Delegiertenversammlung halten, um die Mehrheit von sich und seinen Zukunftsvisionen zu überzeugen. Die Alternative jedoch ist zu gefährlich, der Schuss könnte auch nach hinten losgehen. Was macht man dann von Seiten des Aufsichtsrates?

4. Aufsichtsrat: Die Frage aus Punkt 3 kann hier weiterverfolgt werden. Was macht man von Seiten des Aufsichtsrates, wenn ein Präsidium um Präsident Monatzeder nicht bestätigt wird? Gibt es Alternativvorschläge? Macht es dann doch Otto Steiner selbst oder kommt sogar aus der Versammlung ein Kandidat, der die Massen hinter sich bringen kann und sich der Aufsichtsrat dem beugen muss? Unwahrscheinlich ist jedoch auch, dass die Mehrheit einen Präsidenten Monatzeder nicht bestätigen wird. Zuviele Präsidien, die sich nicht mit Ruhm bekleckert haben, wurden schon fast kritiklos über Jahre durchgewunken. Da ändern auch die Mehrheitsverhältnisse in der Delegiertenversammlung nichts. Du musst erstmal 50% finden, die mit Dir die Hand dagegen heben. Eine Enthaltung ist keine Entscheidung.

Wie es auch ausgehen wird, wer nun auch Präsident werden soll. Es bleibt schwer zu vermuten, dass auch ein Präsident Monatzeder sich dem Willen des Investors im Profibereich beugen muss und die Fanseele befriedigt werden muss. Stadionfrage, Aufstieg in die 1.Liga, Eigenständigkeit - ein Balanceakt seinesgleichen, dessen sich vermutlich auch das scheidende Präsidium bewusst war. Doch eins bleibt bei allen Wirren um die Löwen festgemeißelt zu sein. Stimmt der sportliche Erfolg, werden viele Differenzen unter den Teppich gekehrt. Stimmt der sportliche Erfolg nicht, platzen alle Bomben, die irgendwo gefunden werden können. Ein reines Schwarz und Weiß, wo die 256 Graustufen (PC) nicht zu finden sind. Wohl auch darum lieben wir diesen Verein und gehen mit ihm durch Dick und Dünn - egal in welcher Liga. Der neue "Löwenblues" kann ab Ende April starten.

 

Autor: Christian Schmidbauer, Adalbert-Stifter-Str. 11, 83410 Laufen