TIROLER BUBERLN

Bereits Mitte der 1990er soll in Innsbruck groß aufgespielt werden – am Ende landen Präsident, Spieler und Manager vor Gericht.

Für kurze Zeit ist der FC Tirol der beste Verein des Landes: Unter Trainer Ernst Happel gewinnt die Mannschaft zwei Meisterschaften in Serie, 1989 sogar das Double. Doch zum Ende der Saison 1991/92 lässt es der Hauptsponsor und Präsident, Swarovski-Erbe Gernot Langes, bleiben. Er will den Verein nicht mehr finanzieren, und so wird er aufgelöst. Die Lizenz geht wieder an Wacker Innsbruck, wo sie sechs Jahre zuvor hergekommen ist. Die Ansprüche sinken – und das Budget auch.

Im Sommer 1994 soll es in Innsbruck wieder wie früher werden. Klaus Mair übernimmt den Verein, er ist Chef der GiroCredit-Bank in Seefeld. Knapp 47 Millionen Schilling beträgt der Jahresetat, knapp die Hälfte davon auf Kredit, wie der neue Präsident angibt. Er holt Hans Krankl als Trainer und mit Peter Stöger, Souleymane Sane, Manfred Schwabl und Harald Cerny gleich vier namhafte Spieler. Die Saison beginnt nicht nach Wunsch: Nach drei Runden halten die Tiroler bei drei Punkten. Noch bevor das vierte Match angepfiffen ist, muss sich der Verein einen neuen Präsidenten suchen. Mair wird bei einer Sitzung in Wien verhaftet. Zwei Jahre später wird er zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt: Er habe 500 Millionen Schilling von Konten seiner Bank veruntreut, so das Gericht. Einen Teil davon hat er für Transfers verwendet.

Zur Kostensenkung wird Schwabl noch im Sommer verkauft. Die Saison beendet der Klub als Fünfter, Sane wird immerhin Torschützenkönig. Nach der Spielzeit verlassen er, Stöger, Cerny und Krankl Innsbruck wieder. Doch Stöger und Krankl soll ihr Tiroler Engagement noch verfolgen. Denn Walter Meischberger, FPÖ-Generalsekretär und Teil von Jörg Haiders „Buberlpartie“, hat als Stögers Manager geholfen, ihn nach Innsbruck zu transferieren. Dafür soll Stöger eine Prämie von drei Millionen Schilling bekommen haben. Das Geld lag, wie im Prozess berichtet wird, in einem Koffer. Steuern zahlt Stöger dafür nicht. Er wird wegen Steuerhinterziehung, Meischberger wegen Anstiftung dazu verurteilt. Krankl, der 3,6 Millionen kassiert haben soll, und seinen Berater Skender Fani ereilt dasselbe Schicksal. Als der Oberste Gerichtshof die Urteile im Dezember 1998 bestätigt, ist der FC Tirol am Weg, wieder zur besten Mannschaft der Landes zu werden.

Quelle: Ballesterer.at